"When a person passes away, only visual media such as photography and film remain as reminders. Memories of a person can become blurred or change over time. Photographic documents are also affected by this temporal decay, with the people and scenes depicted gradually fading away.
Lena Bils' work focuses on the theme of memory and uses the cyanotype technique. Due to its high light resistance, this technique makes it possible to counteract the decay of photographic memorabilia and thus the loss of information. The original photos used in the project are testimonies to past moments in the life of Lena Bils' grandmother that she did not witness herself and represent an emotional source of information for her.
She produces original prints of the archived photos—digitized, scaled to life size, inverted, printed on transparencies, and transferred to white cotton fabric as contact prints using cyanotype. This technique of an enlarged contact print is combined with the shadow imprint of her own body, as Lena Bils lies down on the fabric during exposure, partially covering or shifting the actual image of her grandmother. This physical intervention in the exposure process creates unpredictable artifacts and blurring."
Wenn ein Mensch aus dem Leben tritt, dann verbleiben als Erinnerungsstütze nur visuelle Medien wie Fotografie und Film. Die Erinnerungen an eine Person können über die Zeit verschwimmen oder sich verändern. Von diesem zeitlichen Zerfall sind auch fotografische Dokumente betroffen, auf denen die abgebildeten Personen und Szenen nach und nach verblassen.
Lena Bils widmet sich in ihrer Arbeit der Thematik des Erinnerns und verwendet die Technik Cyanotypie. Diese ermöglicht aufgrund ihrer hohen Lichtbeständigkeit, dem Zerfall der fotografischen Erinnerungsstücke und damit dem Verlust von Informationen entgegenzuwirken. Die in dem Projekt genutzten Originalfotos sind Zeugnisse vergangener, nicht miterlebter Momente der Großmutter von Lena Bils und stellen für sie eine emotionale Informationsquelle dar.
Sie fertigt Originalabzüge der archivierten Fotos an – digitalisiert, auf Lebensgröße skaliert, invertiert, auf Folien ausgedruckt und als Kontaktprint mittels Cyanotypie werden diese so auf weißen Baumwollstoff gebracht. Diese Technik eines vergrößerten Kontaktabzugs wird mit dem Schattenabdruck ihres eigenen Körpers kombiniert, indem sich Lena Bils während der Belichtung auf den Stoff legt und dadurch das eigentliche Bild der Großmutter teilweise überdeckt beziehungsweise verschiebt. Durch diesen körperlichen Eingriff in den Prozess der Belichtung bilden sich unvorhersehbare Artefakte und Unschärfen.

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